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Spielbericht 11. Spieltag der Saison 2011/2012

Hamburger SV - 1. FC Kaiserslautern 1:1 (0:1)
Spielbericht von
AstraNick[FI]

Lautern mit Remis in Hamburg
-
De Wits Traumtor, Tiffert mit Platzwunde und HSV 65 Minuten in Unterzahl

Die Serie von mittlerweile vier ungeschlagenen Spielen des FCK in Folge hält auch nach dem 11. Spieltag der Saison 2011/2012 an. Dabei war der vierte Sieg in greifbarer Nähe, doch der kriselnde Hamburger SV erkämpfte sich ein verdientes Unentschieden.

FCK-Coach Marco Kurz veränderte zum wiederholten Mal die Startelf: Abel für Fehlerteufel Rodnei und Fortounis für Shechter. Auch spielte der FCK nach langer Zeit mal wieder nur mit einem Stürmer, was gleichzeitig einen Systemwechsel mit sich brachte. 4-2-3-1 lautete die Devise. Aber auch der HSV stellte nach einem Erfolg im DFB-Pokal gegen Trier auf sechs Positionen um. Verletzt fehlten u.a. Mladen Petric sowie der Ende August zum HSV gewechselte Ex-Lautrer Ivo Ilicevic.

Die knapp 55.000 Zuschauer in der Imtech-Arena sahen von Beginn an ein munteres Spiel. Der FCK versteckte sich nicht, nahm jeden Zweikampf an und hatte den HSV sofort im Griff. Bereits nach drei Minuten verfehlte Pierre de Wit per Fernschuss nur knapp das von Jaroslav Drobny gehütete Tor. Beim HSV herrschte Hektik und kaum eine Aktion wollte gelingen. Die Hamburger hatten Probleme gegen die sehr präsenten Lautrer, so dass Kevin Trapp ruhige erste Minuten in seinem Tor erlebte. In Minute 11 hatte Drobny Glück, als er einen Schuss des Dauerrenners Florian Dick abwehrte und Dorge Kouemaha den Abpraller nicht verwerten konnte. Das 1:0 für den FCK wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen. Doch plötzlich taute der HSV immer mehr auf, Jansen und Töre zählten zu den Aktivposten der Hanseaten.

Den ersten richtigen Aufreger des Spiels dann in der 22. Spielminute: Tiffert marschierte auf der rechten Außenbahn und wollte in einen Zweikampf mit Raijkovic gehen. Dieser setzte dabei seinen Ellenbogen unglücklich auf Augenhöhe von Tiffert ein, so dass er keine Chance hatte den Zweikampf zu gewinnen. Außerdem erlitt der FCK-Kapitän eine tiefe, klaffende Platzwunde an der linken Augenbraue, die mit mehreren Stichen an der Außenlinie genäht werden musste. Doch „Tiffi“ biss auf die Zähne und kam nach einigen Minuten frisch genäht zurück auf den Platz. Rajkovic wurde für diese Aktion mit rot bestraft und musste das Fußballfeld verlassen. Dem Spiel tat diese Aktion nicht gut, denn fortan waren eher Fehlpässe, Hektik und Unordnung die spielbestimmenden Bestandteile. Es dauerte bis zur 38. Minute, bis das Match wieder an Fahrt auf nahm - und wie! Eine genialer Spielzug über Sahan und Fortounis sowie den sehr agilen De Wit führte zur verdienten 1:0-Führung des FCK. Sahan setzte sich technisch brillant gegen den Hamburger Aogo an der rechten Außenlinie durch, flankte auf den frei stehenden Fortounis, welcher mit Köpfchen für den herannahenden de Wit auflegte. Ein Schuss wie ein Strich, genau ins Dreieck, bedeutete nicht nur die Führung des FCK, sondern auch das erste Bundesligator für das junge Talent De Wit. Entsprechend ausgelassen war sein Torjubel.

Der HSV zeigte sich wenig beeindruckt und hatte gleich mit der nächsten Aktion seine beste Torchance in Halbzeit 1 durch den wiedererstarkten Marcel Jansen. Jansen setzte sich im Mittelfeld durch und zog aus gut 25 Metern ab - sein Schuss krachte genau ans Lattenkreuz, Trapp wäre ohne Chance gewesen. Und weiter ging es - dieses Mal rettete Drobny wieder, als er mit einem Reflex einen Schuss aus kurzer Distanz von Fortounis entschärfte. Zu diesem Zeitpunkt waren 40 Minuten gespielt. Die darauf folgende Ecke brachte nichts mehr ein. Zwei Minuten Nachspielzeit wegen der Verletzung von Tiffert gab es obendrauf, aber dann durften beide Teams nach einer ansehnlichen ersten Hälfte in die Kabinen gehen.

Keiner der beiden Trainer veränderte sein Team zu Beginn der zweiten Hälfte. Und wie in Durchgang eins, war es wieder Pierre De Wit, der mit einem Freistoß aus knapp 25 Metern das Tor nur knapp verfehlte. Viele waren sich einig: Ein 2:0 für den FCK und der Sieg wäre so gut wie sicher gewesen - so das Gefühl nach dem Fazit aus der ersten Hälfte. Doch leider hat der FCK in dieser Saison noch nicht die Routine, dass zwei aufeinander folgende Spielhälften in ähnlich guter Qualität aufs Feld gebracht werden. So auch in Hamburg, denn mit zunehmender Dauer des Spiels gewann der HSV immer mehr die Oberhand und drückte die Lautrer immer mehr in die eigene Hälfte zurück. Zwischen der 55. und 60. Spielminute wurde das Spiel hektischer, was aber am HSV lag, der nun mit aller Gewalt den Ausgleichstreffer erzielen wollte. Zuerst scheiterte Jansen knapp und dann zog der gute Schiedsrichter Markus Schmidt nach der gezeigten roten Karte noch verstärkt den Zorn der Hamburger Zuschauer auf sich, als er einen Treffer von Guerrero nicht anerkannte. Die TV-Bilder bewiesen, dass Guerrero in der Luft den Arm zu Hilfe nahm, um den Ball kontrollieren zu können. Diese Entscheidung verstand keiner in der Imtech-Arena, sofern sie Fans des HSV waren. Im Stadion brodelte es und ich möchte nicht wissen, was sich das Schiedsrichterteam vor den Tribünen alles hat anhören müssen.

Der HSV nutzte die Unruhe und rackerte weiterhin. Der Lohn für diese Arbeit folgte dann in der 64. Spielminute, als Guerrero, mit Sicherheit keiner der größten Stürmer der Liga, gegen Hüne Amedick das Kopfballduell nach einer Töre-Flanke gewann und so zum 1:1 Ausgleich traf. Ärgerlich, denn zuvor verlor Bugera das Zweikampfduell gegen Töre und noch ärgerlicher war die Tatsache, dass Amedick im Bereich des eigenen 5-Meter-Raumes sein Kopfballduell verlor. Trapp war machtlos. Marco Kurz tobte am Spielfeldrand, denn auch er konnte den kompletten Bruch im Spiel des FCK nicht nachvollziehen. Vorbei die Spielkontrolle, Ballsicherheit und Zweikampfstärke waren ab sofort die Schwachpunkte im Spiel der Lautrer. So wechselte Kurz in der 67. Minute Sukuta-Pasu für Sahan sowie in der 75. Minute Shechter für den starken De Wit ein. Offensive als Zeichen, dass der Punkt nicht nur verteidigt werden sollte. So kam der FCK in den letzten 15 Minuten des Spiels zu einigen Chancen, darunter einem Aluminiumtreffer von Abel in der 82. Minute. Trapp rettete noch einmal stark gegen Guerrero, sonst drückte eher der FCK auf den Siegtreffer. Drobny musste dabei gute Einschussmöglichkeiten von Shechter und Tiffert abwehren, um dem HSV am Ende das dann doch etwas glückliche Unentschieden fest zu halten.

Für den HSV ist der Punkt zu wenig, aber auch der FCK wäre über einen Dreier in der Ferne nicht unglücklich gewesen. Aber die Schwächephase in Halbzeit 2 war einfach zu lange, so dass Einsatz und Wille des Clubs von der Alster belohnt wurde. Nun folgt das Spiel bei der TSG in Hoffenheim. Bleibt zu hoffen, dass die FCK-Anhänger dort genau so friedlich auftreten, wie es in Hamburg war der Fall gewesen ist.

So spielten sie:

Hamburger SV: Drobny – Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo – Kacar (83. Minute Tesche), Rincon – Töre (80. Minute Lam), Jansen – Berg (37. Minute Diekmeier), Guerrero

1.FC Kaiserslautern: Trapp – Dick, Amedick, Abel, Bugera – De Wit (75. Minute Shechter), Kirch – Sahan (67. Minute Sukuta-Pasu), Tiffert, Fortounis (89. Minute Petsos) – Kouemaha

Tore:
0:1 De Wit (38. Minute)    
1:1 Guerrero (64. Minute)                     

Gelbe Karten:       
Westermann, Diekmeier – Kouemaha, Sukuta-Pasu

Rote Karten:         
Rajkovic (22. Minute)

Schiedsrichter: Markus Schmidt

Zuschauer: 55.348

Autor: AstraNick[FI]

Datum:
31.10.2011


 
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